Bogenschiessen (Dha/Datse)
Seit dem UN-Beitritt 1971 auch offiziell der Nationalsport
Bhutans und bisher einzige Olympia-Disziplin des Landes.
Bogenschiessen ist in Bhutan allerdings mehr als ein Sport, es ist ein Ausdruck einer kulturellen Identität mit spiritueller Verbindung zur Geisterwelt und zu Gottheiten.

Die Ursprünge des Bogenschiessens sind umrankt vom Mythos alter Legenden über indische Heilige und dem Ramayana - Hanuman, der den zehnköpfigen König Lanka mit seinem Pfeil tötet, die anti-Dharma Dämonenkönige, die durch den Pfeil
von Ling Gesar vernichtet wurden, usw. Pfeil und Bogen in den Händen von Göttern kennt man als "Bogen der Erkenntnis"
und "Pfeil der Weisheit" aber auch als irdische Werkzeuge für die Jagd und als Waffe gegen Feinde.
Der mythische Hintergrund erklärt auch die Funktion der bhutanesischen Tsips. Tsips sind eine Art Medium oder Dervisch
mit angeblich übernatürlichen Kräften, die einen Pfeil nach ihrem Willen lenken können und daher von einzelnen Wettkampf-Mannschaften für diesen Zweck angeheuert wurden.