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Traditionelle Medizin ("Sowa rigpa")
Thangka des Menlha, des Buddhas der Medizin
Heilen, so glaubte man in frühester Zeit, war den Göttern vorbehalten. Erst als ein alter indischer König Grundlagen lehrte, wie Leiden ge-lindert werden können, wurden diese in die heiligen buddhistischen Schriften aufgenommen und verbreitet.
Basis dieser Medizin ist eine ganzheitliche buddhistische Betrachtung: Traditionelle Medizin spielte seit jeher eine wichtige Rolle in Bhutan, so wurde 1967 die erste offizielle Verteilstelle für Medikamente und medizinische Hilfe errichtet, die 30 Jahre später zum "Nationalen Institut für Traditionelle Medizin (NITM)" avancierte und per königlichem Dekret in das Gesundheitssystem des Landes integriert wurde. Daher gibt es in Bhutan in jedem Spital auch eine Abteilung für traditionelle Medizin. Die Diagnose stützt sich, neben einer persönlichen Aussprache, auf die Unter-suchung der 12 Pulse (mit der Sowa-rigpa Methode können durch Pulsmessungen Erkrankungen jedes Organs festgestellt werden), der Augen, der Zunge und des Urins.
Die therapeutische Behandlung beruht einerseits auf natürlichen Pharmaka, die aus Hunderten von Heilpflanzen, Mineralien und Tierknochen gewonnen werden und in unterschiedlichen Mischungen etwa 300 verschiedene Medikamente ergeben, |